Das Leben ist zu kurz für kalten Kaffe – und für Corona auch!

Der Frühling ist da, so vieles blüht schon und die Landschaft wird jeden Tag ein wenig grüner und lebendiger. Zwar nicht wärmer und sonniger, aber grüner. Immerhin.

Jedes Jahr freue ich mich über diese Jahreszeit. Jedes Jahr habe ich genau dann das Gefühl, ich kann alles schaffen und lasse mich vom Flow mitreißen. Natürlich schaffe ich nicht alles, was ich mir vornehme – ist einfach jedes Jahr aufs Neue zu viel. Kennt man ja. Aber der Wille ist da, die Motivation überhaupt etwas anzugehen ist überschwänglich und ich mache dann einfach. Mal gut durchdacht und bestens vorbereitet und mal spontan und intuitiv. Auf jeden Fall ist im Frühling einiges los bei uns, wenn ich rumwusele und alles auf den Kopf stelle. Oder ich mich selber mal wieder neu erfinde. Neue Frisur, neue Klamotten, neues Mindset oder der drölfte Versuch, das mit dem Eyeliner doch noch in die tägliche Routine einzubauen.

Nicht selten entsteht erst einmal großes Chaos, aber am Ende des Prozesses hat alles irgendwie und irgendwo seinen Platz. Ich liebe den Frühling!

Dieses Jahr finde ich den Frühling auch schön! Doch die kreative Frühlingsmotivation bleibt aus. Ich bin müde, einfach müde. Das bedeutet zwar auch irgendwie Chaos und Unordnung, aber eben, weil ich keine Lust habe, etwas umzuräumen, aufzuräumen oder herzurichten. Weder das Haus und den Garten, noch mich selbst.

Am Wochenende hatten wir schon den 1. Mai. Die ersten vier Monate von 2021 sind um und wir befinden uns alle noch immer in unseren ganz persönlichen Hamsterrädern.

Ich bin wirklich davon überzeugt, dass wir mit all den geltenden Beschränkungen irgendwann diese Pandemie im Griff haben.

Doch so ganz persönlich und subjektiv gesehen – ich habe keine Lust mehr. Ich mag raus! Ich mag nicht mehr vernünftig und geduldig sein.

Das Leben ist so kurz. Neben all der vielen Arbeit ist ohnehin schon so wenig Freizeit über. Und wenn das bisschen Quality-Time dann auch noch so eingeschränkt ist, hat man auch nach einem Jahr einfach keine Lust mehr zu puzzeln oder auf dem super schicken Hightech-Rudergerät im {dunklen} Keller alleine imaginärere Kilometer zu paddeln und dabei in den Fernseher zu starren.

Und das ist es, was mich so traurig macht. Das Leben ist kurz und jeder von uns sollte sein eigenes Leben so leben und genießen können, dass es einen erfüllt. Doch kaum einer – ganz global und objektiv gesehen – ist aktuell dazu in der Lage.

Also, ich kann nur für mich sprechen, aber mir ist meine gute Laune und mein Durchhaltevermögen irgendwie abhandengekommen. Mein neues Hobby ist Schwarzmalerei. Und das ist weder für mich besonders spaßig noch für den Rest meiner Familie.

Eine Freundin hat mich neulich gefragt, was mein Corona-Gemüt in eine positive Richtung stimmen könnte. Die Frage geistert mir seitdem unbeantwortet im Kopf herum. Ein gemeinsamer Kaffee oder ein gemütlicher Abend in / an einer Bar und das ein oder andere alkoholische Getränk würden mir da einfallen – das wäre wirklich schön – aber geht nun mal leider nicht.

Ich weiß, meine Existenz ist nicht bedroht. Meine Familie ist gesund und wir haben alles, war wir brauchen. Ich versuche mir das immer vor Augen zu halten und in Relation zu setzen. Aber – und das ist meine Botschaft – jeder von uns darf in dieser Situation mal meckern. Jeder hat das Recht dazu, frustriert, genervt und schlecht gelaunt zu sein. Es ist völlig unangebracht, jemanden deswegen zu verurteilen und ihn darauf hinzuweisen, dass es anderen viel schlechter geht und viele Menschen viel schlimmer betroffen sind.

Es ist schließlich kein Wettkampf, wem es schlechter geht. Es ist nur das eigene Befinden. Nichts mehr, aber auch nichts weniger!

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