Mama-Geschichten #4 – die, mit der Wäsche, dem vollen Kleiderschrank und den vielen Flecken

Wer meine Beiträge und mich kennt, weiß, dass ich einen ganz besonderen Endgegner im Haushalt habe: Die Wäsche!

Meine Wäsche und ich haben gleich auf mehreren Ebenen Probleme miteinander.

Das größte Problem {gemessen an den Bergen sauberer Wäsche vor meinem Bett in und neben den Wäschekörben} ist das zeitnahe Zusammenlegen unserer Klamotten und das Zurücklegen in die Schränke. Irgendwie verpasse ich immer den richtigen Moment, die gewaschenen Sachen direkt zusammenzulegen. Aber vielleicht ist das auch der verrückte Plan, den mein Unterbewusstsein für mich macht? Wenn ich mich dann nämlich endlich dem Zusammenlegen stelle, bedeutet das nicht nur, dass die morgendliche Suche nach der zweiten Socke ein Ende hat, sondern auch, dass ich irgendwie „me-time“ habe. Ich stehe dann sonntags mehrere Stunden im Schlafzimmer und kann währenddessen ungestört eine Serie schauen. Wobei das jetzt cooler klingt, als es tatsächlich ist; eigentlich läuft dabei immer irgendein Sonntagsfilm vom Zweiten. Und wenn ich ehrlich bin, diese Sonntage habe ich echt gern! Das Schlafzimmer ist aufgeräumt, der Kleiderschrank wieder voll und mein Romantik-Level ist auch wieder obenauf.

Das zweite Problem – und hier bin ich nach all den Jahren noch immer ratlos – sind die Flecken auf den Klamotten, die einfach nicht rausgehen. Selbst die Gallseife, auf die ich schwöre, schafft die Gras- und Sandflecken auf den Kinderklamotten nicht. Und die Sonnencreme aus dem Sommer geht auch erst gegen Ende November nach dem drölften Mal Waschen wieder raus. Und auch nur, wenn ich sie nach jedem Waschen im Sommer in die Sonne gelegt habe.

Ganz oft sind T-Shirts, die beim ersten Tragen mit dem Kindergarten-Sandkasten in Berührung gekommen sind, danach schon ruiniert. Dabei ist die Rechnung dafür noch nicht mal bezahlt.

Was macht man mit solchen Sachen? Tipps sind herzlich willkommen, immer her damit!

Bei der Krümelmaus habe ich die Sachen aussortiert und es ihr nur noch angezogen, wenn wir in den Garten raus sind und neue Klamotten gekauft.

Beim Minimann bin ich da schon abgebrühter. Das heißt, es ist mir egal, was die anderen Eltern denken, wenn ich ihn mit fleckigen Shirts in den Kindergarten bringe oder ihm die neue Hose anziehe, in die er sich gleich in der ersten Woche ein Loch reingeschnitten hat. Ich meine, das ist ein Teufelskreis. Kaufe ich neue Shirts und Hosen, ergeht es denen ja nicht besser, als den vielen Vorgängern.

Aber das bringt mich direkt zum nächsten Problem. Ich würde gern nachhaltiger Kleidung kaufen – auch für die Kinder. Aber nachhaltige, fair produzierte und gehandelte Klamotten kosten nun mal mehr, als die Sachen, die man beim Schweden kaufen kann.

Ich bin tatsächlich bereit, mehr auszugeben. Aber wie nachhaltig ist es, wenn ich die Kleidung dann nicht mehr weitergeben kann, weil ich die Flecken von Tomatensauce, Erdbeeren und Kakao nicht mehr rausgewaschen bekomme? Und ich kenne mich; es triggert mich so richtig, wenn der Mann sein teures, neues Hemd mit was-auch-immer vollkleckert und ich es nicht mehr sauber bekomme. Was soll das dann erst mit den Kinderklamotten geben? Dass die Kinder sich voll kleckern oder einsauen, tritt ja bekanntlich {noch) häufiger auf.

Also hier stecke ich mehr oder weniger fest: Ich möchte auf der einen Seite mehr auf Nachhaltigkeit achten, aber es widerstrebt mir auf der anderen Seite, für einen Pullover das dreifache auszugeben, wenn der – wie die günstigeren Varianten auch – nach dem ersten Anziehen eigentlich schon hin ist.

Wahrscheinlich ist das eher ein Fall für eine gute Kompromiss-Lösung und es kommt hier auf die Klamotte an sich an.

Ski-Kleidung zum Beispiel. Die kaufe ich inzwischen so neutral, dass sie erst das Krümelkind und dann der Minimann anziehen kann. Und wenn es gut läuft, kann das Patenkind die Jacke auch noch gebrauchen. Und bei den Basics, die ich beim Schweden kaufe, achte ich in erster Linie auf das grüne Label. Denn auch hier gibt es eine Linie, bei der auf Nachhaltigkeit gesetzt wird.

So und das letzte Problem haben wir Frauen vermutlich alle: Wenn ich sonntags all meine Sachen zusammengelegt und in den Schrank geräumt habe, stehe ich trotzdem montags vor dem Selbigen und behaupte, dass ich nichts zum Anziehen habe!

Also, so theoretisch. Praktisch bekomme ich die Schublade nicht mehr richtig zu, ist ja klar.

Aber es ist tatsächlich so, dass ich so unglaublich viele schöne Sachen in den Schränken habe und doch ziehe ich fast immer das gleiche an. Jeans, Shirt oder Pulli und fertig. Ich muss sagen, dass ich viele meiner Sachen nicht trage, weil ich denke, sie sind fürs Büro oder den Elternabend zu drüber. Was Quatsch ist! Aber ich bin eher der Typ, der mehr Wert auf den Wohlfühlfaktor legt als auf den Hingucker-Effekt. Und inzwischen ist mir der Unterschied zwischen den Jahreszeiten in Hinsicht auf die morgendliche Kleiderfrage auch bekannt. Ich finde, es gibt nichts Blöderes als falsch angezogen zu sein. Und damit meine ich, in Turnschuhen durch den Schneematsch zu schlittern oder so etwas in der Art.

Aber ist es nicht bei uns allen so? Eigentlich tragen wir nur das, worin wir uns wohl fühlen und alles andere sind die „wenn-dann-Klamotten“. Wenn ich zwei Kilo abgenommen habe, dann ziehe ich die Jeans an oder wenn wir uns mal wieder ins Nachtleben stürzen, dann kommt das Kleid bestimmt gut.

Und genau diese Sachen habe ich letzte Woche radikal aussortiert. Da ist nichts dran und ich bin sicher, es wird Frauen geben, die sich daran freuen werden. Ich weiß, dass ich sie nicht anziehen oder vermissen werde, also können sie weg!

Ich habe mir fest vorgenommen, jeden Kauf zwei- oder dreimal zu überdenken. Ich möchte darüber nachdenken, ob ich mich darin wohl fühlen werde und ob ich die passenden Schuhe bereits habe und nicht erst noch kaufen muss. Ich möchte mir überlegen, mit welchen Sachen ich das neue Teil kombinieren kann und ob ich mir vorstellen kann, dass ich es nächstes Jahr auch noch mag.

Ich möchte gern mehr Geld für einen Pullover ausgeben, der fair produziert ist und nicht beim Waschen seine Form verliert.

Lieber kaufe ich mir eine gescheite, zeitlose Winterjacke und gebe etwas mehr Geld aus, aber dafür kann ich sie im übernächsten Winter auch noch tragen, weil sie nicht die Hälfte aller Daunen verloren hat.

So ist zumindest mein Plan! Ich werde berichten, ob er aufgegangen ist.

2 Gedanken zu “Mama-Geschichten #4 – die, mit der Wäsche, dem vollen Kleiderschrank und den vielen Flecken

  1. kerstinundshadow sagt:

    Der Trick für weniger Wäscheberge ist, seltener die Wäsche zu wechseln. Mein Mann, Sohn und ich tragen jeder seine Jeans die ganze Schulwoche lang. Den Pulli oder T Shirt dazu immer zwei Tage. Ich ziehe meinem Sohn die Sachen auch mit Flecken an. Das ist bei Kindern doch normal und fällt niemanden auf!
    Viele Grüße von Kerstin

    Gefällt 1 Person

    1. rosalilalie sagt:

      Auch wenn es normal ist, finde ich es gut, das auch mal zu hören 🙂 Social Media vermittelt ja gerne mal einen anderen Eindruck…Kinder müssen sich doch auch dreckig machen dürfen, oder? Liebe Grüße zurück!!

      Gefällt mir

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