Aller guten Dinge sind drei!

Das will ich jetzt zumindest einfach mal glauben. Schließlich bin ich hochmotiviert und voller Tatendrang!

Ich spreche von einer Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Kommenden Samstag ist es soweit, ich starte den dritten Anlauf und bin gewillt, meinem inneren Schweinehund und dem meines Mannes entschlossen entgegen zu treten.

Nachdem wir seit einem halben Jahr ein super schickes Hightech-Rudergerät im Keller stehen haben und das neben der Arbeit, der Waschmaschine und dem Sofa immer den Kürzeren zieht, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem wir was tun müssen. Aber echt!

Wenn ich mit meinem Wäschekorb aus dem Keller oben im Schlafzimmer ankomme, brauche ich fast ein Sauerstoffzelt.

Wenn ich morgens vor Rückenschmerzen kaum aus dem Quark komme, liegen die Ibus schon neben der Kaffeemaschine parat. Eine für mich, eine für den Mann.

Und wenn ich beim Autofahren oder am Schreibtisch den Knopf der Jeans aufmachen muss, ist das nicht nur deprimierend, sondern ein eindeutiges Zeichen dafür, das was passieren muss. Entweder neue Hosen oder weniger Schokolade.

Nichts gegen neue Hosen, sind wir mal ehrlich…aber auf Schokolade verzichten? Keine Option. Niemals!

Mein Mann, mit ähnlich gelagerten Motivationsgründen (bis auf das Tragen von Wäschekörben, völlig klar), ließ sich von der Idee anstecken und hat die bestechende Logik meines Gedankenblitzes sofort als das anerkannt, was es tatsächlich ist: DIE Gelegenheit, das Ruder (haha, welche Ironie) rumzureißen!

Es ist nicht so, als würden wir unser super schickes Hightech-Rudergerät im Keller gar nicht benutzen. Das kann man so nicht sagen – Grüße gehen an raus an alle Skeptiker, die uns belächelt haben – aber, wenn man morgens die frischen Socken aus vier unterschiedlichen Wäschekörben suchen musste, überlegt man durchaus am Abend, ob man jetzt eine halbe Stunde rudert, duscht und danach dann eigentlich fertig mit der Bereifung ist oder ob man die Wäsche zusammenlegt. Und wenn man die Wahl zwischen einer schlecht gelaunten, auf Klamotten suchenden Familie im morgendlichen Stress oder einer Tasse heißen Kaffee in friedlicher Atmosphäre hat, liegt die Entscheidung nahe, abends die Wäsche zu machen.

Aber von vorne: Ich bin natürlich nicht aus heiterem Himmel von jetzt auf gleich ganz plötzlich auf die Idee gekommen, es ein drittes Mal mit Sport im Gym (heißt wohl jetzt so in Fachkreisen) zu versuchen. Nee, ich bin von meiner lieben Freundin drauf gebracht worden. Und wenn ich ehrlich bin, brauchte es dazu kaum mehr, als einen Satz. Auf die Frage, was sie denn zum Geburtstag bekommen hat und die Antwort die Worte Probeabo und Fitnessstudio beinhaltete, war es im Prinzip schon geschehen.

Zu diesem Zeitpunkt versuchte ich aber noch rational an das Thema ranzugehen. Ich freute mich für sie, wünschte ihr viel Spaß und erinnerte mich kurz an mein super schickes Hightech-Rudergerät im Keller. Welches ich ja nicht so oft benutzten konnte, weil Kinder, Haushalt, Arbeit und ausreichend Schlaf einfach zu viel Aufmerksamkeit forderten.

Aber dann passierte etwas, womit keiner rechnen konnte; ein Wink des Schicksals!

Die Kinder sind weg. Samstags. Immer um dieselbe Zeit. In der Nähe eines Fitnessstudios. Des Studios, das rein zufällig das ist, in dem meine Freundin nun regelmäßig trainiert und das obendrauf noch ein wirklich attraktives Angebot für sportlich motivierte Menschen, wie mich mit wenig Freizeit hat.

Und somit kam der Gedanke auf, die Zeit zu nutzen und ebenfalls ein Mal in der Woche zu einem festen Termin unter Anleitung von Fachmenschen Sport zu machen.

Als ich meinem Mann von meinem Plan erzählen wollte, wappnete ich mich innerlich schon gegen Widerstand und bereitete mich auf seine schlüssigen Argumente vor, die dagegensprechen würden.

Doch das hätte ich mir sparen können. Mein Mann fand die Idee so gut, dass er mitkommen wollte. Und bevor er es sich anders überlegen konnte, habe ich schnell einen Termin zur Geräteeinweisung gemacht. Am Wochenende geht’s los! Ran an den Speck!

Jetzt werden wir nicht nur schmerzfreier und mit etwas Glück wieder etwas knackiger, wir verbringen auch noch Zeit gemeinsam miteinander. Und das ist was, was selbst mit unserem super schickem Hightech-Rudergerät im Keller nicht möglich ist.

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