Ausnahmezustand

Vor zwei Wochen habe ich noch gescherzt, dass mir aktuell nichts besseres passieren könnte, als zwei Wochen Zuhause in Quarantäne zu bleiben. Zack! Wunsch erfüllt.  In meiner Wunschvorstellung waren allerdings die Kinder weiterhin in der Schule und im Kindergarten. 

Mal ganz davon abgesehen, dass die Ausgangslage für diese Auszeit befremdlich und irgendwie beklemmend ist, sollten wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. In meinem Fall heißt das nämlich absolute Entschleunigung. Keine Termine, die sich nahtlos aneinander reihen. Kein ständiges Umherhetzen oder durch die Gegend fahren. Die Kinder werden nicht auf später vertröstet und kommen in den Genuss geballter Eltern-Power. 

Ich weiß zwar noch nicht so richtig, wie mein Homeoffice und die Kids miteinander funktionieren werden, aber vor diesem Problem stehen wahrscheinlich die meisten. Und irgendwie wird es schon gehen. Entweder früh morgens oder spät abends oder schlichtweg dann, wenn der Fernseher übernimmt. Wir können froh sein, dass wir in unserer heutigen Zeit die Möglichkeiten von Homeoffice und Co. haben. Außerdem wird man in der Not erfinderisch – da baue ich einfach mal auf die Fantasie meiner Kinder. Hauptsache wir bleiben gesund, stecken niemanden an und verschaffen uns allen Zeit, diese surreale Situation in den Griff zu bekommen. 

Ich für meinen Teil habe beschlossen, es anzunehmen, wie es kommt. Ich habe ein Dach über dem Kopf, einen in Maßen gefüllten Kühlschrank, meine Kinder sind gesund und wenn das mein Beitrag ist, in dieser Situation was für meine Mitmenschen zu machen, dann bleibe ich halt mit meinem Hinterteil daheim und bin dankbar, dass wir sogar einen kleinen Garten haben, den die Kinder auf den Kopf stellen können.

Und uns sollte allen klar sein, dass es uns in dieser Krise verhältnismäßig gut geht. Das, was mit den Menschen an anderen Brennpunkten passiert, ist weitaus schlimmer. So meine Meinung. Ganze Familien harren in der Kälte aus, wissen nicht vor und zurück, haben kein kuschelig-warmes Zuhause, werden von allen Seiten bedroht und sind oben drauf noch der Gefahr ausgesetzt, sich an diesem Virus anzustecken. Oder an irgendeiner anderen gefährlichen Krankheit zu erkranken.

Das wir bei dieser Krise als Gesellschaft zusammenwachsen, finde ich gut. Fragwürdig ist allerdings auch, dass wir erst zusammenwachsen und gemeinschaftlich handeln, wenn es uns persönlich an den Kragen geht. Grüße gehen raus – an die Umwelt und ans Klima.

Hin und wieder mal den Blickwinkel wechseln und die Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten, hilft vielleicht diese verrückte Situation zu meistern. 

Bleibt alle gesund und behaltet die Nerven. Und denkt dran, wenn das Toilettenpapier ausgeht, der gute alte Wachlappen und der Zugang zu sauberem Wasser können da Abhilfe leisten!

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