Hochzeitstag – Klappe die 6.

Am letzten Wochenende war unser 6. Hochzeitstag. Verrückt – sechs Jahre soll das schon her sein. Manchmal denke ich, es war vorgestern, als ich da vor der Kirche stand und darauf gewartet habe, dass die Glocken aufhören zu läuten und ich „reingehen“ kann. Das war übrigens der Moment, wo ich am liebsten wieder umgedreht wäre. Zurück zu Oma ins heimische Wohnzimmer, Kleid aus, Leggins wieder an. Ab heim, verheiratet waren wir ja schließlich schon. Warum das ganze Theater und all die Aufmerksamkeit? Nein, Scherz! Es war schließlich schon immer mein Wunsch – wenn Heirat, dann auch in der Kirche. Mit allem drum und dran. Witzig ist nur, dass genau dieser Gedanke auf unserem Hochzeitsvideo eingefangen wurde. Sorgt heute noch für Lacher.

Wir haben also letztes Wochenende die Kinder ausquartiert und uns so richtig auf den freien Abend gefreut. Essen gehen, vielleicht ins Kino, aber ganz sicher noch in eine Bar und mit einem feinen Gin Tonic {ist ja echt mein Getränk} auf die letzten sechs wunderbaren Jahre anstoßen. Wir wollten es wirklich krachen lassen. Schließlich schliefen die Kinder außer Haus, keiner von uns zog es vor im Krankenhaus zu liegen und auch kein Elternabend kam uns dazwischen. Und wer weiß, ob wir unseren siebten Hochzeitstag noch erleben würden…ist ja allgemein bekannt, dass mit dem ersten Tag des siebten Ehejahres alles anders wird. Mit dem Beginn des berühmt-berüchtigten siebten Jahres weiß man ja, dass beide Ehepartner urplötzlich eine Persönlichkeitsveränderung durchlaufen, die einen 7. oder 8. Hochzeitstag unter Umständen verhindern könnte.

Was soll ich sagen? Wir waren schön (Schatz – hier ist es wieder – schön!) essen. Wir dachten zumindest, wir würden schön und vor allem lecker essen. Allerdings war das Essen im Restaurant nicht mal halb so gut, wie wir es in Erinnerung hatten. Obwohl wir erst neulich da waren. Vor fünf Jahren zum ersten Hochzeitstag.

Da wir aber erst um 21 Uhr einen Tisch reserviert hatten, haben wir alles in uns reingeschaufelt – weil Hunger. Der Wein dazu war auch keine Offenbarung und so richtig wollte sich keine Feierlaune einstellen.

So saßen wir zwei da. Schick rausgeputzt, vollgefuttert und einfach nur unglaublich müde. Wir wollten nicht reden. Wir wollten nicht trinken. Und ein Dessert wollten wir auch nicht. Und das muss was heißen.

Hin und wieder haben wir uns verliebt angegrinst, aber insgeheim haben wir uns beide gedacht, dass es Zuhause auch schön ist. Schön gemütlich. Und die Kinder waren weg – also auch schön ruhig.

Auf dem Heimweg haben wir uns kaputt gelacht, dass mit uns auch nichts mehr los ist. Aber egal, das ist auch eine Gemeinsamkeit. Und davon haben wir nach all den Jahren immer noch so viele!

Ich würde immer und immer wieder heiraten und den Gang in die Kirche wagen. Vorausgesetzt da vorne steht immer derselbe Mann, der auf mich wartet und ich trage dasselbe Kleid.

Für die Blumen, meine Haare und den Fotografen müsste man definitiv einen Ersatz finden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s