Story Time – Entrümpele doch mal wieder!

Letzte Woche habe ich mehr oder weniger spontan entschlossen unseren Keller aufzuräumen. Man ahnt ja gar nicht, was man alles in den Jahren ansammelt, hortet und einfach nicht aufgeben möchte. Von Deko mit der wohl schrecklichsten Farbe bis hin  zu Kartons und alten Werkzeugen. Schön war auch die noch vom Einzug vor sieben Jahren volle, zugeklebte Kiste, die genauso verpackt in einer Ecke stand.

Vermutlich kennen wir ihn alle – den Gedanken, „wer weiß, wofür wir das noch einmal gebrauchen können…“. Schrecklich!

Also habe ich kurzerhand einen Container bestellt. Erschien mir einfacher, als zwischen der nächstgelegenen Deponie und unserem Zuhause hin- und zu pendeln.

Während ich also immer wieder vollbeladen die Kellertreppe hoch und runter gestiefelt bin, habe ich gemerkt, wie meditativ dieses Ausräumen ist. Ich bin das Entrümpeln völlig leidenschaftslos angegangen und habe tatsächlich alles entsorgt, was ich die letzten Jahre weder gebraucht noch vermisst habe. Egal, wie schön, nützlich oder sinnvoll ich die ein oder andere Sache mal gefunden habe. Im Laufe der Zeit haben sich mein Geschmack und Nutzverhalten grundlegend verändert – warum also an Dingen festhalten, die ich nicht mehr brauche oder – ganz oberflächlich – auch nicht mehr schön finde?

Und während ich so die Kisten und Müllsäcke in den Container geschmissen habe, merkte ich, wie aufgeräumt ich mich selber fühlte. Vieles wurde einfach klarer im Kopf und mein Bewusstsein für die wirklich wichtigen Dinge schien noch einmal gewachsen zu sein.

Jetzt steht dieser Container vor unserem Haus, ist randvoll beladen und wartet darauf abgeholt zu werden. Es scheint fast so, als wäre er ein Sinnbild für all die Dinge, die ich die letzten Wochen und Monate oder gar Jahre mit mir herum geschleppt habe.

Es gibt im Leben so viel mehr, was einen belastet. Nicht nur einen vollgemüllten Keller. Aber wenn man dabei ist, die Sinnhaftigkeit der Dinge in diesem Teil des Hause zu hinterfragen, kann man doch bei der Gelegenheit auch gleich ein wenig tiefer gehen und den mentalen Ballast bei Seite schaffen. All das aufräumen, was man eventuell erfolgreich verdrängt und in die hinterletzte Erinnerungs-Kiste gesteckt hat.

Und das habe ich gemacht. Ich habe mich von Eindrücken, negativen Gedanken und veralteten Einstellungen verabschiedet. Es gibt Dinge, die muss man von sich fern halten. Meistens schon allein aus dem Grund, dass sie eigentlich gar nicht das eigene Problem sind, sondern das der Anderen.

Ist es nicht verblüffend, wie viele Probleme wir haben, nur weil wir uns irgendwo eingemischt oder andere ihre Probleme abgewälzt haben?

Das mag jetzt sehr egoistisch klingen, aber ich habe für mich ein neues Credo entdeckt: „Nicht mein Zoo – nicht meine Affen!“

Und ich finde es herrlich. Das ist für mich die perfekte Definition von gesundem Egoismus.

Ich habe mit meinem eigenen kleinen Zoo mehr als genug zu tun und ich bin froh, dass ich auf meine chaotisch-zerstreute Art alles so gut im Griff habe.

Jeder von uns hat sein Päckchen zu tragen und muss vor der eigenen Haustür kehren. Um mal bei diesen alten, aber wahren Metaphern zu bleiben.

Wenn jeder erst einmal bei sich anfängt und ganz egoistisch zuerst vor der eigenen Tür Klar-Schiff macht, bevor er daran denkt, sich in die Ordnung oder das Chaos anderer einzumischen, sollte es doch viel leichter sein, miteinander umzugehen, oder?

Wenn ich noch so oft vorm Spiegel stehe und mich mal wieder über irgendetwas Äußerliches beklage, kann ich dennoch sagen, dass ich mit mir als Mensch zufrieden bin. Ich kann zu dem stehen, wer oder was ich bin. Ich kann für meine Fehler einstehen, mich für diese entschuldigen und Verantwortung dafür übernehmen, wenn ich mal wieder mit einem großen Platsch im nächstgelegenem Fettnapf gelandet bin.

Aber ich bin auch so weit, dass ich mich nicht mehr für alles und jeden verantwortlich fühle und die Schuld ausschließlich bei mir suche und auch zu finden glaube.

Wir allein tragen für unser Tun und Handeln die Verantwortung und die sich daraus ergebenden Konsequenzen sind dann unser Problem, mit dem wir umzugehen haben.

Ich finde, wir sollten viel öfter die äußere Ordnung überdenken und wiederherstellen. Das tut gut – nicht nur dem Keller, den man jetzt wieder betreten kann.

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