It´s a Boy – die Abenteuer vom kleinen Jungen und dem Töpfchen

Seit unserem Weihnachtsurlaub bin ich leider etwas schreibfaul. Irgendwie fehlten mir die Worte, obwohl ich doch so viele Sachen erlebt habe. Ich war mir einfach nur nicht sicher, wie ich diese kleinen Dinge aus meinem Alltag lustig verpacken sollte. So, dass es auch wirklich interessant ist, zu lesen.

Vor ein paar Tagen habe ich mit meiner lieben Freundin telefoniert, die leider viel zu weit weg wohnt. Wir hatten uns lange nicht gehört und wir hatten uns so Einiges zu erzählen. Kleinigkeiten, Banalitäten aus unserem alltäglichen Familienleben, über die wir beide aber trotzdem lachen mussten. Und sie meinte zu mir, darüber musst du eigentlich schreiben. Und sie hat recht. Ich sitze wieder am Schreibtisch in meiner rosa Ecke, schreibe und merke, dass mir das in den letzten Wochen wirklich gefehlt hat.

Aber zurück zu meiner Freundin und unserem Gespräch. Wir beide sind Mamas von Jungs. Die Jungs sind zwar vom Alter her einiges auseinander, aber vom Wesen her nehmen sie sich nichts. Und ich bin quasi als Mädchen-Mama genauso ein Frischling in manchen Dingen, wie meine Freundin, deren Sohn ihr erstes Kind ist.

Da tut es unglaublich gut, sich auszutauschen. Sich gegenseitig aufzubauen oder Fragen zu stellen, die man anderen vielleicht nicht unbedingt stellen möchte.

Während unseres Gespräches lief der Minimann in seinen neuen Turnschuhen durch die Wohnung. Er war stolz wie Oskar und weigerte sich, die Schuhe wieder auszuziehen. Das allein ist nicht wirklich komisch. Aber die Tatsache, dass er außer den Schuhen, selbstgestrickten Socken und einem Pullover nichts anhatte, schon.

Da unsere Tagesmutter diese Woche krankheitsbedingt ausgefallen ist und ich mit ihm zuhause bleiben musste, habe ich die Zeit genutzt, und das Pippimachen mit ihm auf der Toilette geübt. Daher der lustige Aufzug. Minimann sah so lustig aus, wie er wie ein kleiner König in seinen Sneakern durchs Haus marschiert ist. Für ihn war es selbstverständlich und unbeschwert. Ihm kam die Situation gar nicht merkwürdig vor.

Schön, wie Kinder noch völlig ungeniert sind und sich nackig sein für sie nicht befremdlich anfühlt. Im Gegensatz zu uns Erwachsenen. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Während ich also mit meiner Freundin telefonierte und das Kind nur halbangezogen mit dem Fußball durchs Wohnzimmer jagte und sich dabei pudelwohl fühlte, bequatschten wir Mamas das eigentliche Thema. Wie bringt man dem Kind bei auf die Toilette zu gehen?

Mit meiner Krümelmaus war das ganz einfach. Sie saß sobald sie allein sitzen konnte auf dem Töpfchen und war mit zwei Jahren tagsüber trocken. Kurz vor ihrem zweiten Geburtstag brauchten wir die Windel nicht mehr und selbst beim Mittagsschlaf zog sie sich die Windel von allein wieder ab. Sie fand es furchtbar unangenehm.

Ich war früher der Meinung, dass mein Sohn auch so früh trocken sein wird. Ich fand es immer unglaublich, wenn Bekannte ihren Dreijährigen noch gewickelt haben. Für mich kam das gar nicht in Frage. Wie übermütig oder gar hochmütig man sein kann. Schlimm!

Ich war durch die Erfahrung mit meinem Krümelkind davon überzeugt, dass der Minimann ebenso früh keine Windel mehr brauchen wird, wie sie.  Tja, falsch gedacht!

Da sind sie wieder. Die ambitionierten Ansprüche an sich selbst und das Leben. Und man hat doch keinen Einfluss drauf. Alles braucht eben seine Zeit und den richtigen Moment.

Aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, es ist auch wirklich komplett anders ein Mädchen aufs Töpfchen zu setzen, als einen kleinen Jungen. Ihr Jungs-Mamas wisst, wovon ich rede. Da findet man sich als Mädchen-Mama vor ganz anderen Problemen wieder.

Als ich den Minimann das erste Mal aufs Töpfchen gesetzt habe, dachte ich nur ooops. Vielleicht ist ER dann doch noch ein bisschen zu klein…

Aber ich wollte meinen Plan nicht aufgeben, das Kind und die Windeln voneinander zu trennen. Also habe ich ihn kurzerhand direkt auf die Toilette gesetzt. Dies war wohl das Schrecklichste, was unserem Sohn in seinem bisherigen Leben passiert sein muss. Denn er strampelte panisch und ehe ich angemessen reagieren konnte, stand er mit beiden Beinen in der Toilette drin. Also gut, dann eben Badewanne, statt Töpfchen und Co.

Mit diesem Ereignis habe ich dann beschlossen, das Thema behutsamer anzugehen. Vielleicht sogar noch mal ein paar Monate bei Seite zu schieben. Doch immer häufiger erwische ich mich dabei, wie wenig Lust ich habe, das Kind zu wickeln. Und wie nervenaufreibend der Prozess sein kann.

Auf dem Wickeltisch mutiert der Minimann zur Krake und seine Hände und Finger sind überall. So schnell kann ich gar nicht den Waschlappen oder die Feuchttücher zücken, wie er im wahrsten Sinne des Wortes in die Sch***e greift.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich das Wickeln leid bin und im Hinblick auf den Kindergarten – der ja nun bald losgeht – finde ich, wir sollten wieder Fahrt aufnehmen und die Windelzeit zu Ende bringen.

Und ich sage euch, abenteuerlicher könnte es im Bad kaum zu gehen. Von verstopften Toiletten über Machtkämpfe mit der Klobürste bis hin zum Dauerspülen, ist alles dabei.

Man darf dem Kind nicht den Rücken kehren. Auch nicht, wenn man nur zum Wäschekorb geht, um die vollgepieselte Hose zu entsorgen oder sich selbst schon einmal die Hände waschen möchte.

Ebenso birgt das Ganze auch gewisse Risiken, über die wir uns im Nachhinein herrlich amüsieren können. Beispielsweise, wenn man vorm Kind kniet, es festhalten möchte und der kleine Kerl einfach drauf los pullert – ungeachtet dessen, ob alles richtig an Ort und Stelle ist. Nicht selten enden unsere Toiletten-Abenteuer damit, dass zumindest einer von uns die Kleidung wechseln muss.

Bei all den Phasen, die bisher gewesen sind und die wir hinter uns lassen mussten, wie das Stillen oder die Spazierfahrten im Kinderwagen, fällt mir diese hier am leichtesten. Es ist mir so schwer gefallen zu akzeptieren, dass unsere Stillzeit vorüber ist und der Minimann aus dem Kinderwagen herausgewachsen ist, aber was die Windeln, das Wickeln und das Spektakel drum herum angeht, kann es mir jetzt nicht schnell genug gehen.

Ich versuche mit kleinen Belohnungen, wie Gummibärchen und Schoki das Ganze zu Beschleunigen. Und weil unser Sohn ebenso eine Naschkatze ist, wie ich, könnte ich mit meinen kleinen Bestechungen bald am Ziel angekommen sein.

Euch Jungs-Mamas wünsche ich starke Nerven und eine gute Portion Humor und euch Mädchen-Mamas sage ich, habt ihr ein Glück!

 

Ein Gedanke zu “It´s a Boy – die Abenteuer vom kleinen Jungen und dem Töpfchen

  1. alltagswirrsinn sagt:

    Ha! Ich kann dich gut verstehen. Ich dachte irgendwann mein Sohn wird nie trocken. Er hat sich lange geweigert auf seine geliebte Windel zu verzichten. Und irgendwann von einem auf den anderen Tag war’s vorbei und er war trocken. Tagsüber. Jetzt warte ich schon seit Monaten darauf, dass es auch nachts so weit ist. Ich denke sich und dem Kind keinen Druck zu machen ist letztlich das wichtigste.

    Gefällt 1 Person

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