Mamaliebe und zwei Kinder

Ich bin so unglaublich gerne Mama. Ich bin angekommen, fühle mich gut und bin so glücklich, dass wir uns bewusst entschieden haben, so früh Eltern zu werden.

Mein Mann und ich reden oft darüber, wie schön es ist, dass die beiden Rabauken da sind, dass sie zu uns gehören und uns miteinander verbinden.

Ich war in meiner zweiten Schwangerschaft davon überzeugt, wir bekämen noch ein Mädchen. Noch so ein liebes Wesen, wie unsere Krümelmaus. Ich wollte die schönen Kleidchen und Jacken noch einmal an einem unserer Kinder sehen, ich wollte noch mal Zöpfchen flechten und Prinzessinnen Laternen basteln.

Eine erste Ahnung, dass wir aber doch einen Jungen bekommen sollten, bekam ich beim Ultraschall, als sich die Ärztin nicht festlegen und lieber beim nächsten Termin noch einmal schauen wollte. Einen Jungen. Ich konnte mir das gar nicht vorstellen. In meinem Kopf sah ich lauter wildtobende, schwitzende und verdreckte Jungs. Und ich sträubte mich dagegen, setzte all meine Hoffnung in den kommenden Ultraschall.

Doch es kam, wie es kommen musste. Der Ultraschall war eindeutig – unser Baby war ein Junge. Ich schmiegte mich an meinen Mann und musste weinen. Danach fuhren wir in ein Babygeschäft und kauften einen hellblauen Strampler.

Ich hatte plötzlich Angst zu versagen. Ich war eine gute Mädchenmama, aber würde ich auch eine gute Jungsmama sein? Ich war voller Zweifel.

Viele sagten mir, die Beziehung zwischen einer Mama und einem Sohn wäre noch mal eine ganz andere, die Liebe eine andere.

Auch meine Mutter erwähnte es das ein oder andere Mal. Bay the way – was sollte mir das sagen?

Ich weigerte mich zu glauben, dass ich zu meinem Sohn ein anderes Verhältnis haben würde. Ich hasste den Gedanken, dass ich mein kleines Mädchen anders oder gar weniger lieben würde, wenn der Babyjunge da ist. Ich fand diese Prophezeiungen furchtbar, dass Mutter und Sohn ein innigeres Verhältnis haben sollten.

Gerade bei meiner Krümelmaus und mir konnte ich mir eine derartige Veränderung nicht vorstellen. Sie und ich. Wir waren doch das Team. Eine Einheit. Von Anfang an waren sie und ich viel allein und selbst, als sie noch ein winziges Baby war – auf sie konnte ich mich verlassen. Sie passte perfekt in unser dynamisches Leben, in unseren hektischen Alltag. Wie sollte der Babyjunge das ändern können?

Ganz einfach! Gar nicht. Mein Mädchen und ich sind uns immer noch ganz nah und haben ein Verhältnis, wie ich es mir immer gewünscht habe. Ich sehe sie an und bin verliebt und glücklich.

Und unser kleiner Junge – bei ihm geht es mir genauso! Seine Geburt war so anders, als erwartet. Es war so egal, ob er ein Mädchen oder Junge ist. Wichtig war nur noch, dass er gesund ist.

Natürlich ist es mit ihm anders. Er ist wild, er tobt durch die Bude, er hat ständig blaue Flecken, nimmt alles auseinander und hört keine Spur, auf das, was wir sagen. Aber all das macht er so liebreizend, dass man ihn einfach lieben muss. Er bringt mich mehr auf die Palme, als ich eigentlich zugeben möchte. Und noch schneller holt er mich von da oben wieder runter. Das hatte er ziemlich fix raus.

Unsere Kinder sind so wahnsinnig unterschiedlich. Klar, machen wir dann auch Unterschiede. Aber nicht auf der emotionalen Ebene. Niemals!

Und ja, mal ist der eine mehr doof, als der andere. Aber genau das werden sie von uns auch denken. Mal ist die Mama cool, mal der Papa.

 

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